Topping & Lollipopping — zwei wichtige Techniken für gesunde, ertragreiche Pflanzen
Dieser Artikel erklärt detailliert, wie Topping und Lollipopping funktionieren, warum sie den Pflanzenaufbau verbessern und wie beide Methoden kombiniert werden können. Ideal für alle, die ihre Pflanzenstruktur optimieren möchten.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Was sind Topping und Lollipopping?
- 2. Topping – Funktionsweise & Anwendung
- 3. Lollipopping – Funktionsweise & Anwendung
- 4. Vergleich der beiden Techniken
- 5. Kombination beider Methoden
- 6. Fazit
1. Was sind Topping und Lollipopping?
Beide Techniken beeinflussen den Pflanzenwuchs, aber auf unterschiedliche Weise. Während Topping den Haupttrieb kappt und so ein buschigeres Wachstum auslöst, entfernt Lollipopping die unteren, ertragsarmen Triebe, um Energie nach oben zu lenken.
2. Topping – Funktionsweise & Anwendung
Topping ist eine Schnitttechnik, bei der die Pflanzenspitze oberhalb eines Nodienpaares entfernt wird. Dadurch wird die natürliche „apikale Dominanz“ unterbrochen und die Pflanze bildet mehrere Haupttriebe statt nur einem.
Wie funktioniert Topping biologisch?
In der Spitze sitzt eine hohe Konzentration des Wachstumshormons Auxin. Schneidet man diesen Bereich ab, verteilt sich das Auxin auf die seitlichen Triebe, die dadurch stärker wachsen. Die Pflanze bildet ein breiteres Kronendach.
Wann sollte man toppen?
- Ab ca. 4–6 Nodien
- Nur in der Wachstumsphase
- Pflanze muss gesund und kräftig sein
Wie führt man Topping durch?
- Sterile, scharfe Schere verwenden
- Oberhalb des 4.–5. Nodienpaares schneiden
- Pflanze 3–7 Tage regenerieren lassen
Nach der Erholung entstehen zwei (oder mehr) gleichwertige Haupttriebe – perfekt für ein gleichmäßiges Kronendach und bessere Lichtverteilung.

3. Lollipopping – Funktionsweise & Anwendung
Lollipopping ist eine Schnitttechnik, bei der die unteren, weniger belichteten Triebe entfernt werden. Der obere Teil der Pflanze bleibt bestehen und erinnert an einen „Lutscher“ – daher der Name.
Wie funktioniert Lollipopping biologisch?
Die unteren Triebe erhalten wenig Licht und produzieren kaum Energie. Sie verbrauchen Ressourcen, liefern jedoch meist kleinere Blütenansätze. Entfernt man sie, konzentriert die Pflanze ihre Energie auf den oberen, produktiveren Bereich.
Wann sollte man lollipoppen?
- 1–2 Wochen vor Beginn der Blüte
- Oder in den ersten 14 Tagen nach Umstellung
- Pflanze muss gesund und stabil sein
Wie führt man Lollipopping durch?
- Unteres Drittel der Pflanze freistellen
- Kleine, schattige Seitentriebe entfernen
- Nur gut belichtete Triebe stehen lassen
Das Ergebnis: bessere Luftzirkulation, weniger „Popcorn-Buds“ und ein klar definierter Hauptbereich für hochwertige Blüten.

4. Vergleich der beiden Techniken
Topping – Vorteile
- Buschiger Aufbau
- Bessere Lichtnutzung
- Mehr potenzielle Haupttriebe
Topping – Nachteile
- Erhöhtes Stressniveau
- Kurze Wachstumsverzögerung
Lollipopping – Vorteile
- Bessere Luftzirkulation
- Mehr Energie für die oberen Triebe
- Weniger kleine, unproduktive Bereiche
Lollipopping – Nachteile
- Bei zu viel Schnitt → unnötiger Stress
- Falsches Timing kann Wachstum bremsen
5. Kombination beider Methoden
Viele Grower verwenden beide Techniken zusammen. Topping formt die Struktur und erzeugt mehrere starke Triebe. Lollipopping sorgt dafür, dass die unteren Bereiche keine Ressourcen verschwenden.
Kurz gesagt: oben breiter – unten sauber.