Mehltau auf Cannabis: Identifizierung, Vorbeugung und Behandlung
Mehltau kann Cannabisernten ruinieren, doch das ist noch kein Todesurteil. In diesem Leitfaden erfährst du alles über Ursachen, Symptome, Prävention und wirksame Behandlungsmethoden.
Was ist Mehltau?
Mehltau, auch bekannt als Oidium, ist eine der häufigsten Pflanzenkrankheiten bei Cannabis. Verursacht durch Pilze der Ordnung Erysiphales, tritt er vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit und gemäßigten Temperaturen auf. Der Pilz entzieht der Pflanze Nährstoffe, blockiert Lichtaufnahme und schwächt die Photosynthese – was im schlimmsten Fall ganze Ernten ruinieren kann.

Wie entsteht Mehltau auf Cannabis?
Ein Befall beginnt, wenn sich Sporen (Konidien) auf Blätter, Stängel oder Blüten absetzen. Diese keimen und bilden Pilzfäden (Hyphen), die in das Pflanzengewebe eindringen. Die typischen weißen, pudrigen Flecken entstehen, wenn sich Millionen neuer Sporen an der Oberfläche bilden.
Früherkennung: So erkennst du Mehltau rechtzeitig
- Kreidige, weiße Flecken auf Blättern oder Blüten
- Vor allem obere Blätter betroffen
- Samtartige, pelzige Textur
- Leicht abwischbar, aber schnell wiederkehrend
- Rasche Ausbreitung innerhalb weniger Tage

Verwechslungsgefahr: Mehltau ist nicht immer, was er scheint
Weiße Flecken können auch durch Nährsalzreste oder Botrytis (Grauschimmel) entstehen. Echter Mehltau lässt sich leicht abwischen und hat eine pudrige Textur, während andere Krankheiten tief ins Gewebe eindringen.
DIY-Test: So bestätigst du Mehltau sicher
- Drücke durchsichtiges Klebeband auf den verdächtigen Bereich.
- Klebe es auf dunkles Papier.
- Untersuche es mit einer Lupe: siehst du feine Fäden (Hyphen) oder Sporen, handelt es sich um Mehltau.
Warum du befallene Buds niemals rauchen solltest
Beim Rauchen von befallenem Cannabis inhalierst du Pilzsporen – das kann Asthma, Bronchitis oder allergische Reaktionen auslösen. Selbst „gereinigte“ Buds sind gefährlich, da Sporen im Pflanzengewebe verbleiben können. Im Zweifel gilt: Entsorgen statt riskieren!
Prävention: So verhinderst du Mehltau auf Cannabis
1. Umweltkontrolle
Halte die Luftfeuchtigkeit in der Wachstumsphase unter 60 % und in der Blütephase zwischen 40–50 %. Temperaturen von 20–25 °C und gute Luftzirkulation sind ideal.
2. Integrierter Pflanzenschutz
Überprüfe deine Pflanzen regelmäßig. Milchsäurebakterien, Komposttee-Sprays und Begleitpflanzen stärken das natürliche Abwehrsystem deiner Pflanzen.
3. Resistente Sorten wählen
- Shining Silver Haze – stark schimmelresistent
- Orion F1 – echte F1-Hybride mit hoher Resistenz
- Northern Light – Klassiker mit robustem Abwehrverhalten
- Hyperion F1 – widerstandsfähig gegen Mehltau und andere Pilze
Behandlung: 3-Phasen-Plan gegen Mehltau
Phase 1: Abwischen & Isolieren
Entferne sichtbaren Befall mit einem feuchten Tuch und entsorge das Material sofort luftdicht.
Phase 2: Lüften & Trocknen
Verbessere die Luftzirkulation, reduziere die Luftfeuchtigkeit und halte die Temperatur stabil.
Phase 3: Behandeln & Schützen
In der Wachstumsphase helfen Neemöl, Kaliumbicarbonat oder biologische Präparate wie Oidioprot. In der Blütephase kann vorsichtig mit 3 % Wasserstoffperoxid gearbeitet werden.
Nachsorge-Checkliste
- Tägliche Kontrolle von Luftfeuchtigkeit und Temperatur
- Wischtests auf neue Sporen
- Entfernung vergilbter Blätter
- Regelmäßige Reinigung der Growbox